Stop Multitasking

Multitasking war und ist in aller Munde und meint das Verarbeiten von mehreren Aufgaben zu gleichen Zeit. Man glaubt damit produktiver zu sein, also mehr zu schaffen. Ist das wirklich so? Wer kann behaupten wirklich zwei Dinge zu gleichen Zeit noch schneller und besser zumachen als wenn man sie in Ruhe nacheinander abarbeitet?

Frauen wird ja gern nachgesagt, dass sie multitasking-fähig seien. Sie telefonieren, schauen eine Sitcom und lackieren sich die Nägel. Tolles Bild. Kann etwas gut werden, wenn dem nur ein Bruchteil der vollen Aufmerksamkeit zuteil wird?

Diverse Studien haben bewiesen, dass dem nicht so ist. Wir können beim Telefonieren die Kaffeemaschine bedienen, aber anspruchsvolle Tätigkeiten, wie telefonieren und eine E-Mail verfassen geht nur nacheinander. Und es hat sich herausgestellt - auch aus meiner eigenen Beobachtung - dass die Dinge schneller und besser werden, wenn man nur auf ein Thema konzentriert und fokussiert ist.

Alles quatsch

Der deutsche Hirnforscher Ernst Pöppel sagt: „Multitasking gibt es schlichtweg nicht. Das Gehirn kann die verschiedenen Aufgaben immer nur nacheinander angehen.“ Quelle

Was passiert in unserem Gehirn wenn wir versuchen zwei Dinge gleichzeitig zu machen? Unser Gehirn verarbeitet die Aufgaben abwechselnd und stellt sie zwischenzeitlich aufs Abstellgleis, während an einer zweiten Aufgabe gearbeitet wird. Sobald die Aufmerksamkeit wieder auf das erste Thema gelenkt wird, werden die Plätze auf dem Abstellgleis getauscht. Puh, klingt anstrengend und wenig effizient.

Prof. Dr. Torsten Schubert, Psychologe an der Humboldt-Universität Berlin beschreibt das so “… dabei müssen die Hirnareale, die für den Input zuständig sind, mit denjenigen verknüpft werden, die den Output steuern. Man geht davon aus, dass solch ein „Binding“ jeweils stark mit dem präfrontalen Cortex assoziiert ist, der auch für höhere geistige Funktionen zuständig ist.

Hirnforschungs-Erkenntnisse der letzten zwei, drei Jahre deuten nun darauf hin, dass immer nur ein solches Binding möglich ist. Das hieße, zwei Aufgaben, die ein Binding benötigen, stören sich gegenseitig. Das wäre eine gute Erklärung dafür, warum Handy-Benutzung am Steuer so gefährlich ist.“ Quelle

 

Die Nachteile des Multitasking liegen auf der Hand

Durch den hohen Anspruch ständig zwischen mehreren Aufgaben hin- und her zu springen erschöpft sich unsere Gehirnleistung beim Multitasking sehr schnell. Wir werden müde aber der Zeitdruck steigt, wir fühlen uns gestresst und brauchen eine Pause. Ist man so wirklich schneller am Ziel? Wohl kaum.

 

Single-Tasking – Statt Multitasking

Fokussiere Dich lieber auf einen Task in einem bestimmten Zeitrahmen. Schalte alle Störquellen ab, wie Alarm- und Signaltöne von E-Mail-Programmen, SMS, WhatsApp und anderen nervenden Apps. Du kannst auch alle Push-Nachrichten dauerhaft ausschalten. Mache Facebook und Twitter zu. Du verpasst nichts. Hänge ein „Do not Disturb“-Schild an deine Büro-Tür um Spontan-Besuchen an deinem Arbeitsplatz vorzubeugen. Konzentriere Dich auf diese eine Aufgabe. Es gibt nur Dich und diese eine Aufgabe. Du wirst diese Aufgabe jetzt erledigen. Und bist erst fertig wenn die Aufgabe erledigt ist. Du wirst staunen, wieviel Du in kurzer Zeit schaffen kannst und das in höherer Qualität, wenn Du Dich auf eine Aufgabe fokussierst. Verblüffend.

Also gleich nochmal!

Sprich in Deinem Team über Multitasking vs. Fokus

Wenn Du im Team arbeitest, solltest Du mit Deinen Kollegen sprechen und sie auf das „Bitte nicht stören“-Schild an deiner Tür vorbereiten. Vielleicht probiert es der eine oder andere auch aus. 

 

Fokus-Phasen planen

Beuge Multitasking vor und plane die Aufgaben des Tages am besten so ein, dass sie zu Deinem Bio-Rhythmus passen. Beispielsweise bin ich morgens sehr klar und schreibe deshalb zu dieser Zeit meine Texte. Rund um die Mittagszeit bin ich mit meiner Energie-Kurve unten und erledige deshalb dann weniger anspruchsvolle Aufgaben. Am Nachmittag bin ich eher kreativ, dann entwickle ich Ideen für neue Projekte.

Damit Du deine Fokus-Phasen planen kannst habe ich für Dich einen Tages- und einen Wochenplan erstellt, in dem Du Deine Phasen farbig markieren kannst. Probiere einfach aus, welche Aufgaben Dir zu welcher Zeit am besten von der Hand gehen.

Für Dich: Die Fokus-Phasen-Templates!

Trage Deine E-Mail Adresse ein und erhalte sofort das PDF, mit dem Du Deine Fokus-Phasen planen kannst.

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Stop Multitasking

Unterstützung durch stille Apps

Auf deinem iPhone kannst Du den Zeitrahmen festlegen und Dich vom Timer leise erinnern lassen, wenn Deine Fokus-Phase vorüber ist. Oder Du nutzt - die in meine Augen schönste aller Pomodoro Apps - „Focus“. Die Focus-App zählt die Zeit in 25-Minuten-Phasen mit jeweils einer 5 minütigen Pause vor der nächsten Phase. Nach 4 Phasen erfolgt eine längere Pause. 

Weitere Links zum Thema: 
www.dasgehirn.info
www.zeit.de
www.faz.net

Was schaffst Du in Deinen Fokus-Phasen? Wie hat sich das auf Deine Produktivität ausgewirkt? Erzähle mir von Deinen Erfahrungen hier in den Kommentaren. 

 

Karen