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Freiberufler – was bedeutet das?

11.04.2017Freelance Business

Freiberufler sind Selbstständige – wie Gewerbetreibende und Unternehmer. Wie lautet die Definition und was macht ein Freiberufler überhaupt? Und wie unterscheiden sie sich? Ich erkläre Dir, worauf Du als Freiberufler besser achtest und was das für Dein Business bedeutet.

In einigen Artikeln habe ich über Freiberufler geschrieben, wie diesen:

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5 Tipps für Deinen Erfolg als Freiberufler
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Heute klären wir endlich den Begriff „Freiberufler“.

Gewerbetreibender, Freiberufler, Unternehmer, …. die zahlreichen Gesetze führten zu vielen begrifflichen Feinheiten. Die Unterschiede sind nicht immer auf Anhieb ersichtlich. Ich helfe Dir, Klarheit zu gewinnen, damit Du weißt, was ein Freiberufler ist, wie sich der Freiberufler zu anderen Begrifflichkeiten abgrenzt und was für Dein Business essenziell ist.

Bist Du Freiberufler?

Für Dein Business ist es wichtig, ob Deine Tätigkeit tatsächlich der Freiberuflichkeit zuzuordnen ist. Grundlegend für die Bezeichnung „Freiberufler“ sind das Einkommensteuergesetz (EStG, §18, Absatz 1) und das Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG, §1, Absatz 2). Das PartGG definiert den Freiberuf folgendermaßen:

„Die Freien Berufe haben im Allgemeinen auf der Grundlage besonderer beruflicher Qualifikation oder schöpferischer Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt.“

Das Einkommensteuergesetz unterscheidet dagegen zwischen Katalogberufe, katalogähnliche Berufe und Tätigkeitsberufe.

Katalogberufe – Wer ist Freiberufler?

Die Katalogberufe beinhalten vier Berufsgruppen:

  • Heilberufe (Ärzte, Hebammen, Krankengymnasten, Heilpraktiker/-masseure, Tier-/Zahnärzte, Diplom-Psychologen
  • Informationsvermittelnde Berufe oder Kulturberufe (Bildberichterstatter, Dolmetscher, Erzieher, Journalisten, Künstler, Lehrer, Schriftsteller, Übersetzer, Wissenschaftler)
  • Naturwissenschaftliche und technische Berufe (Architekten, Handelschemiker, Lotsen, Sachverständige, Vermessungsingenieure)
  • Rechts-, Steuer- und wirtschaftsberatende Berufe (Anwälte, Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer, Notare, Steuerberater/–bevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer)

Daneben existieren katalogähnliche Berufe. Sie ähneln den Katalogberufen hinsichtlich der Tätigkeit und erfordern ebenfalls eine höhere Ausbildung. Dazu gehören beispielsweise Fotodesigner, Schauspieler, Werbetexter, Dirigent oder Modedesigner. Grundsätzlich erfolgt aber eine Einzelfallprüfung. Diese findet auch bei den folgenden Tätigkeitsberufen statt:

  • Erzieherische Tätigkeit (Kinderheimbetreiber, …)
  • Künstlerische Tätigkeit (Entertainer, Regisseure, bildende Künstler, …)
  • Schriftstellerische Tätigkeit (Autoren, Online-Jornalisten, Lektoren, Publizisten, …)
  • Unterrichtende Tätigkeit (Kommunikationstrainer, Reitlehrer, …)
  • Wissenschaftliche Tätigkeit (Gutachtenerstellung, Forschung und Lehre)

Letztlich entscheidet das Finanzamt, ob Du einen freien Beruf oder ein Gewerbe ausübst. Kreative Freiberufler (Autoren, Blogger, Designer, Fotografen, Künstler, …) zählen zumeist zu den Kulturberufen oder der künstlerischen Tätigkeit.

Gewerbetreibender
Generell bist Du ein „Gewerbetreibender“, wenn Du Produkte verkaufst (z.B. über Deinen eigenen Shop), eine Dienstleistung vermittelst (z.B. als Agentur), eine Ware herstellst oder wenn Dein Unternehmen hauptsächlich durch Dein eingesetztes Kapital wächst.

Freiberufler
Freiberufler bist Du, wenn Du bei der Arbeit in hohem Maße Deine Kreativität sprudeln lässt, Honorare beziehst, inhaltlich hauptsächlich alleine arbeitest und Dein Know-how Akademiker-Niveau aufweist.

Selbstständiger
Ein Selbstständiger ist entweder Freiberufler oder Gewerbetreibender. Das bedeutet, dass Du als Freiberufler auch ein Selbstständiger bist.

Unternehmer
Der Begriff Unternehmer bezieht sich dagegen auf das konkrete Rechtsgeschäft. Laut §14 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) gilt als Unternehmer, wer „bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbstständigen beruflichen Tätigkeit handelt“.

Dabei handelt es sich um eine natürliche oder juristische Person oder um rechtsfähige Personengesellschaften. Als Freiberufler zählst Du demnach zu den „Unternehmern“, sobald Du Verträge und Geschäfte in Ausübung Deiner beruflichen Tätigkeit abwickelst.

Meldung und Steuerpflicht als Freiberufler

Es ist verpflichtend, Deine Tätigkeit beim zuständigen Finanzamt anzumelden. Dadurch erhältst Du eine Steuernummer und bist registriert. Du hast dabei die Wahl, ob Du die Einkommensteuer quartalsweise im Voraus oder am Geschäftsjahresende im Nachhinein bezahlst.

Bedenke: Kleinunternehmer profitieren unter Umständen von der Nachzahlung. Desto mehr Geld Du mit Deinem Business verdienst und als Gewinn verbuchen kannst, umso höher fallen die zu zahlenden Steuern aus!

Der freie Beruf – Was ist erlaubt und was nicht?

Freiberufler haben mehrere Vorteile auf ihrer Seite:

  • Sie zahlen keine Gewerbesteuer
  • Es genügt die Einnahme-Überschuss-Rechnung für die Steuererklärung
  • Sie müssen kein Gewerbe anmelden
  • Die Zwangsmitgliedschaft in der IHK (Industrie- und Handelskammer) entfällt
  • Sie können untereinander eine Partnerschaftsgesellschaft gründen

Als Freiberufler bist Du außerdem gut beraten, Dich frühzeitig um das Thema Versicherung zu kümmern. Denn als Freiberufler haftest Du mit Deinem Privatvermögen! Auch in Sachen Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gibt es einiges zu beachten: Künstler und Publizisten müssen der Künstlersozialkasse beitreten. Dadurch zahlst Du bloß die Hälfte der üblichen Beiträge zur Krankenversicherung.

Freiberufler sind wie Gewerbetreibende oder Unternehmer Selbstständige. Dabei wird zwischen Kleinunternehmer und Unternehmer unterschieden. Das spielt für Dich eine Rolle, da es sich auf die Regelungen zur Umsatzsteuer auswirken.

Kleinunternehmer unterschreiten mit ihrem Gesamtumsatz die Grenze von 17.500 Euro. Als Kleinunternehmer besteht keine Verpflichtung, Umsatzsteuer zu bezahlen. Zugleich darfst Du in Deinen Rechnungen keine Mehrwertsteuer aufführen oder bereits gezahlte Umsatzsteuer „zurückholen“.

Definition „Freiberufler“ und was das für Dein Business bedeutet!

Du siehst, ist das Thema weitläufig. Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Artikel ein wenig helfen und Du weißt, wer als Freiberufler gilt und wer nicht. Entscheidend ist die Einstufung des Finanzamts nach Deiner Anmeldung der Tätigkeit.

Erzähl‘ mir doch im Kommentar, mit welchem Beruf Du als Freiberufler gemeldet bist.

Karen Unfug

Mein Name ist Karen Unfug, ich bin seit 20 Jahren freiberuflich als Designer, Konzepter und IA/UX Expert tätig.

Ich zeige Dir als Unternehmer, wie Du mit einer klaren Positionierung und einem einzigartigen Erscheinungsbild – vom Branding bis zur Website, die Kunden erreichst, mit denen Du gerne zusammenarbeitest und so mit Leichtigkeit Deine Umsätze steigerst.

Auf meinem Blog schreibe ich darüber, wie Du Dir Schritt für Schritt ein profitables Freelance-Business aufbaust.

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Ganz liebe Grüße, 

Karen

B

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